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Rebriefing Training 01.11.2020

An dem Training haben 4 Laser und 4 aero teilgenommen. Wir hatten einen Grundwind von 12-15 kn und Böen bis 25 kn.
Der Gradientwind war etwa 14 kn aus 220°.  Gleichmäßig wurde der Wind etwa alle 5 - 8 Minuten verstärkt oder abgeschwächt durch  thermische Winde. Was bedeutet das für den Trimm?

Trimm: das Boot sollte je nach Körperlänge, Gewicht und Segelvermögen so eingestellt sein, dass man auf der Kreuz in den unteren Windbereichen noch deutlich hängen kann. Also das Krängen nach Luv nicht durch die Bewegung des Körpers nach innen verhindert werden muß.

In den Phasen des stärkeren Windes kann man durch Zug an der Cunningham erreichen, noch aufrecht auf der Windkante zu segeln. Nur in den starken Böen versucht man durch Fieren und schnelles Dichtholen der Schot das Seglen auf der Windkante zu erhalten.

Aufgefallen ist mir, dass die Boote, die die Luvtonne weit vor den anderen erreicht haben, in den Phasen des stärkeren Windes und der Böen die Windkante durch anluven und Arbeit mit der Schot nicht verlassen haben! Die anderen mußten mit zu weit geöffneter Schot und/oder nicht dichtem Großbaumniederholer deutlich abfallen. Sie erreichten dabei aber durch die starke Krängung des Bootes keine höhere Geschwindigkeit. Der größere Weg der dadurch ständig zurückgelegt werden mußte, machte dann die Abstände in dem Feld auf der Kreuz aus.

Segeln auf der Windkante. Wie erreiche ich das? Gehen wir mal davon aus, dass Ihr mit dem Einhandboot steht, oder soeben gewendet habt. Bei starkem Wind neigt das Boot dazu sofort in den Wind zu fahren, wenn man die Schot dicht holt. Hier muss man eine gute Mischung finden aus wenig Ruderlage und gemäßigtem Dichtnehmen der Schot. Ein deutliches Anpumpen kann helfen, das Boot auf eine Grundgeschwindigkeit zu bringen. Bei sehr starkem Wind kann es erforderlich sein den Großbaumniederholer etwas zu fieren und nach dem Anfahren wieder dichtzunehmen.
Nun holt man die Schot soweit dicht bis eine Krängung entsteht, die man noch grade so kontrollieren kann, wenn man den Kurs hält. Dann luvt man durch wenig Ruderlage ganz vorsichtig immer weiter in den Wind, bis das Boot absackt. Jetzt auf keinen Fall das Hängen aufgeben und sich ins Boot bewegen! Sondern die Schot wieder dicht nehmen bis eine erneute Krängung entsteht.
Weiter geht es mit dem Herantasten nach Luv bis das Boot erneut absackt. Und wieder bleibt der Körper ruhig hängen und mit der Schot wird wieder soweit dichtgeholt bis eine erneute Krängung vorhanden ist. Irgendwann ist die Schot beim Laser so dicht, dass Rolle auf Rolle ist. Beim aero ist das der Punkt wo die Baumnock grade die hintere Kante des Bootes erreicht.
Jetzt tastet man sich immer weiter an die Windkante ran bis die Windfäden alle gleichmäßig auswehen und das Boot grade ist. Man hat die Windkante erreicht.

Nun beobachtet man die Windverhältenisse auf dem See, ob sich eine Böe nähert oder nicht. Treffen wir auf eine Böe wird der Wind achterlicher auf das Boot einwirken, es entsteht starke Krängung.
In Erwartung der Böe bereitet man sich darauf vor, indem man noch weiter hängt, und das Boot dadurch etwas nach Luv krängt. Trifft die Böe ein lenkt man deutlich in den Wind, um auf der Windkante zu bleiben und damit eine Krängung nach Lee zu verhindern. Wichtig! Nur wenn die Böe uns überrascht oder starke Winddreher mitbringt wird die Schot gefiert zur  Verhinderung der Krängung. Der aero reagiert darauf mit deutlichem Geschwindigkeitsverlust, weil er sehr leicht ist. Das bedeutet man muss so schnell es geht, innerhalb von 1-2 Sekunden die Schot wieder so dicht haben wie zuvor, um durch Lenken in den Wind die Windkante nicht verlassen zu müssen. Ist die Windkante einmal verloren, fährt man 20° zu tief bergab und verliert viele viele Meter nach Luv. (mehr Weg)

Noch kurz zu den Starts. Hier ist mir aufgefallen, dass einige Plan und ziellos mit halben Wind vor der Starlinie hin und her gefahren sind. Wozu?
Es erhöht die Gefahr eines Zusammenstoßes und es stört Eure Konzentration auf den eigentlichen Start. Andere stehen tief unter der Linie oder  ausserhalb der Startlinie einfach so rum und warten bis die Startzeit abgelaufen ist. Aber was sollte man tun in den 3 Minuten bis zum Start? Zunächst versucht man mit Wind von Steuerbord die Startlinie einmal Richtung Pin zu segeln und wenn möglich 5 m über der Linie wieder zurück. Jetzt weiß man auf welchem Bug man höher zur Luvtonne segeln  kann und das ist der Streckbug.
Nach dem Startschuß konnte ich beobachten, dass eine große Gruppe Boote einfach immer weiter auf dem Bug mit Wind von rechts, wie man gestartet ist, weitergefahren ist. Machen ja alle! Ist das aber der Holebug!? Die, die sich die Möglichkeit erhalten hatten, nach dem Start sofort zu wenden, fuhren inzwischen der ganzen Gruppe fleißig davon.
Nach dem Abfahren der Linie kann man einen ganz kurzen Probestart am Startboot wagen mit einer Wende. Dadurch macht man sich mit den Verhältnissen vertraut, wie man sie gleich beim Start vorfindet und ist nicht überrascht, wenn an der Stelle, die man sich zum Starten ausgesucht hat, weniger Wind ist als drüben.  Hat man noch Zeit auch am Pin einen Teststart zu machen, hat man sogar einen Vergleich wo es besser geht.
Jetzt nehme ich den Platz an der Startlinie ein den ich mir zum Starten ausgesucht habe. Bei 30 Sekunden vor dem Startschuß, maximal eine Bootslänge vor der Linie. Langsam an die Linie rantasten. Bei 5 Sekunden anpumpen und ab gehts. Holebug!? Platz zum Wenden finden und sofort wenden. Streckbug?! Die ersten 20 Sekunden volle höhe Ziehen, um den Abstand nach Luv zum nächsten Boot dichtzumachen und sich nach Lee Platz zu schaffen. Achtung nicht zu viel Speed verlieren, sonst werdet Ihr überlaufen. Hat man genug Platz nach Lee, fällt man auf Topspeed auf der Windkante ab und fährt nach Windfäden. Viel Spaß auf der Kreuz! Und immer schön auf der Windkante bleiben.

 

Ein Gedanke zu „Rebriefing Training 01.11.2020

  1. Hans-Jürgen Kurth

    Hallo Jörn
    gelungener Artikel mit vielen Gedankenanregungen für mich und bestimmt auch für viele andere.
    Weiter so.
    LG Kurthi

    Antworten

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